VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Anja  |  Anna  |  Erika  |  Hannah  |  Ida  |  Jacqueline  |  Jakob  |  Jana  |  Jannes  |  Johanna  |  Jojo  |  Julius

Katharina  |  Kayange  |  Lara  |  Lilli  |  Luise  |  Maren  |  Max  |  Nils  |  Sergej  |  Simon  |  Wiebke

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Nach zweihundert Tagen – oder: eine wirklich verrückte Geschichte

Autor: Jakob | Datum: 09 Juni 2015, 04:06 | 1 Kommentare

Nach 100 Tagen in Indonesien: Ich empfange eine Whatsapp-Nachricht von der Mutter meiner besten Freundin Sarah. „Wie wäre es, wenn Sarah dich besuchen würde? Ich frag sie mal.“

Nach 200 Tagen in Indonesien: Ich sitze mit Sarah in einer schönen kleinen Bar in Bogor. Wir genießen den Blick über die Stadt, trinken Bier und schicken eine Whatsapp-Nachricht an ihre Mutter. „Danke, Danke, Danke, dass Du diese verrückte Idee hattest und sie so unterstützt hast!“

Ein Freiwilligenjahr bringt vieles mit sich – Schönes, als auch Schwieriges. Die räumliche Trennung  von Familie und Freunden würde ich eher unter letzterem verbuchen. Und deshalb habe ich mich wirklich sehr auf den 01. Mai dieses Jahres gefreut – auf Sarah.

Und wer sie kennt, der weiß, dass es ihrer nicht würdig wäre, ganz normal aus Deutschland anzureisen, nein, das wäre auch gar nicht möglich gewesen und das macht die Geschichte so verrückt, denn schließlich ist sie selber Freiwillige – in Ruanda.

Und so kam es, dass ich an jenem Tag nach Jakarta flog, um Sarah am Flughafen abzuholen. Als ich sie am Ausgang des International-Gates erspähte, da sah sie, ich hoffe, sie wird es mir an dieser Stelle verzeihen, doch ein bisschen gerädert aus. Verständlich, nach der Reise, die sie auf sich genommen hat: Ein Kurzstreckenflug von Ruanda nach Uganda, auf die zwei Langstreckenflüge, Uganda-Katar und Katar-Indonesien, folgen sollten.

Tatsächlich wurde aus der ursprünglich so verrückt erscheinenden Idee ihrer Mutter Realität.

In den 16 Tagen, die wir zusammen verbracht haben, haben wir so oft festgestellt, dass sich wirklich große Momente weder mit Worten und schon gar nicht mit Bildern festhalten lassen.

Wir sind in Bogor mehr als einmal vom Regen überrascht worden, in Jakarta mit dem europäischen Backpackerstrom mit geschwommen, hatten auf Pulau Tidung Kecil, einer der „Tausend Inseln“ vor der Küste Jakartas die ganze Trauminsel für uns alleine und schliefen in der Sonne ein und holten uns einen Sonnenbrand, bei dem selbst die röteste Tomate vor Neid wieder grün werden würde.

Auf der Rückfahrt im Schnellboot spritzte uns das Wasser ins Gesicht, so dass wir unsere Taucherbrillen und Schnorchel anzogen – zur Freude der indonesischen Männergruppe, die mit uns auf dem Boot war und als wir dann nach einer Woche in Richtung meiner indonesischen Heimat Mentawai flogen, begann der zweite Teil unserer gemeinsamen Zeit. Es hat mir Spaß gemacht, Sarah einen Teil meines täglichen Lebens hier zu zeigen.

Meine Schüler fragen mich heute noch jeden Tag: „Wo ist Sarah denn jetzt?“ Ich antworte „Sie ist zurück in Ruanda.“  und dann werfen sie mit ihrem von Sarah gelehrten Kinyarwanda-Wortschatz um sich, denn sie erinnern sich an jedes Wort.

Ein tolles Erlebnis war der Ausflug zur Insel Nyang Nyang – Mentawai von seiner allerschönsten Seite. Weißer Strand, Türkises Meer, bunte Fische, Palmen, Kokosnüsse und wir waren mittendrin. Das war ein Höhepunkt, einer von ganz vielen.

Die Zeit mit Sarah hat mir einiges gelehrt. Die vielleicht wichtigste Lektion: Freundschaft kennt keine räumliche und auch keine zeitlichen Distanzen. Wir beide haben uns Anfang August des letzten Jahres voneinander verabschiedet und seitdem beide unabhängig voneinander sehr intensive unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Trotzdem war es vom ersten Tag unserer gemeinsamen Zeit wie früher. Wir haben geredet und gelacht und dabei tolle Sachen erlebt, für die wir dankbar sind.

Der Abschied, und auch das ist wunderbar, fiel leicht. Wir sehen uns schon bald wieder, dessen sind wir uns bewusst und Gott sei Dank ging Sarah gerne zurück nach Ruanda und ich blieb gerne hier, auf dass wir beide unser eigenes Projekt zu Ende bringen mögen!

Fotoalbum: Ausnahmezustand - Besuch von der besten Freundin

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare

  1. 1. Reinhard  |  13 Juni 2015, 12:35

    Toller Artikel, Jakob!
    Ich wünsche dir noch viele schöne Abschluss-Erlebnisse auf Mentawai und in Indonesien.
    Hoffe dass wir uns dann mal in Deutschland wiedersehen zum Mehr-Erzählen. Vielleicht bei der VEM? Gruß, Reinhard

 

 

Kommentar Verfassen

 This is the ReCaptcha Plugin for Lifetype