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Versuchsprotokoll: Youth for Peace Camp 2014

Autor: Jakob | Datum: 02 Dezember 2014, 06:25 | 4 Kommentare

Material:

Durchführung:

 22 individuelle Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturkreisen und religiösen Gemeinschaften treffen in der zentraljavanischen Stadt Salatiga aufeinander, um zwei Wochen gemeinsam zu verbringen, von –und miteinander zu lernen und um für ihr Leben inmitten einer pluralistischen Gesellschaft sensibilisiert zu werden.

 

Skizze:

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Beobachtung und Auswertung:

Während ich diesen Beitrag verfasse, realisiere ich, dass ich das, was ich in Salatiga erleben durfte, nicht in Worte fassen kann. Zu vielfältig und zu kostbar sind all die Eindrücke, die ich innerhalb so kurzer Zeit erleben durfte.

Ich bin mit Dingen in Kontakt gekommen, die mir in meinem ganzen Leben noch nicht begegnet sind, mit denen ich mich noch nie näher beschäftigt habe. Auch mit jenen, von denen ich vielleicht gar nicht wusste, dass es sie gibt.

Es waren nicht nur die unzähligen wertvollen Diskussionen und Gespräche, es waren nicht nur die wundervollen Orte, die die Zeit für mich so besonders gemacht haben, es war vor allem das gemeinsame Erfahren und die gemeinsamen, einzigartigen Momente.

Ich erinnere mich an den Moment, als wir uns in einem kleinen kühlen Bergdorf auf 2900 Metern Höhe das unglaubliche Panorama genießend schließlich mit dem Rücken auf das flache Dach legen, die Köpfe nach hinten hängen lassen und sich uns der Ausblick auf einmal falschrum und mit einem kleinen Schwindelgefühl bietet.

Ich erinnere mich an den Moment in dem ich inmitten einer halbstündigen Mediation im buddhistischen Kloster aufblicken musste und große Bewunderung für all jene verspürte, die es tatsächlich schaffen, ihre Gedanken zu kontrollieren und eine solch lange Zeit bewegungslos in der selben Position auszuharren.

Ich erinnere mich an den Moment, als die Situation beim Anlegen des Gartens des Friedens am Ende doch noch etwas ausartete und keiner ohne ein matschverschmiertes Gesicht nach Hause fuhr.

Ich erinnere mich an den Moment, in dem wir den prasselnden Platzregen ausnutzen, um unsere Gesichter vom Schlamm zu befreien und wie Kinder mit Patschfüßen im Regen trampelten und wild umher tanzten.

Ich erinnere mich an die vielen Momente, in denen wir zusammen gelacht haben – miteinander und nie übereinander.

Ich erinnere mich an den Moment, in dem ich ganz oben auf dem riesigen buddhistischen Tempel Borobodur stand und auf die grünen Palmenwälder und Bergketten Javas guckend die Dimensionen der Anlage begriff.

Ich erinnere mich an den Moment, als wir sechs deutschen Freiwilligen den gefliesten Spalt zwischen zwei Treppen als Möglichkeit zum Rutschen entdeckten und uns große Augen und lachende Gesichter bei unserem Spaß begutachteten.

Ich erinnere mich an den Moment, als in einem muslimischen Boardinghouse ein junger Muslim in einem schneeweißen Kleid für uns tanzt und sich dabei so schnell dreht, dass es an ein Wunder grenzt, dass das Schwindelgefühl ihn nicht gegen die nächste Wand donnern lässt.

Ich erinnere mich an den Moment, als wir in Yogyakarta über die Einkaufsstraße bummelten und uns von allen Seiten die wundervollen gebatikten Kleidungsstücke anpriesen.

Ich erinnere mich an die emotionalen Momente, in denen Tränen flossen. Tränen der Erschütterung, der Freude, der Dankbarkeit und Tränen des Abschiedsschmerzes.

Vor allem erinnere ich mich an die vielen Menschen, die ich kennenlernen durfte und die jetzt meine Freunde sind.

Wie lautet also die Auswertung des Programmes?

Es war erfolgreich. Durch das gute Miteinander gab es einen intensiven Lernprozess, eine Sensibilisierung und alle Teilnehmer, das wage ich zu behaupten, haben Salatiga mit bewegenden Gedanken in ihren Köpfen wieder verlassen.

Ich bin unglaublich dankbar, diese Zeit erlebt haben zu dürfen und konzentriere mich jetzt wieder auf meine Aufgabe hier auf Mentawai.

Am 12.12. werde ich mit dem kircheneigenen Boot zu meiner Einsatzstelle auf der größten der Mentawaiinseln, Siberut, gebracht, um im Ort Muara Siberut in einem Internat zu arbeiten. Bis dahin werde ich von hier, Nemnemleleu, Nordpagai wahrscheinlich noch die eine oder andere Unterrichtsstunde halten und ein paar kleinere Ausflüge machen.

Bis bald!

Fotoalbum: Auf Reisen - Youth for Peace Camp in Salatiga/Java


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Kommentare

  1. 1. Lukas Dudek  |  02 Dezember 2014, 15:05

    Jakob!
    Du musst mir unbedingt so ein übernatürlich schönes Hemd mitbringen !! :D
    Grüße aus der fernen Heimat :*

  2. 2. Reinhard  |  03 Dezember 2014, 16:49

    Mosaik-Bericht, gut und anschaulich. Danke, Jakob!

  3. 3. Antje  |  04 Dezember 2014, 20:57

    Gänsehaut...
    Liebe Grüße von Zuhause und symbolisch *ein paar Weihnachtsplätzchen rüber beam* ;-)

  4. 4. Purjatian Azhar  |  05 Dezember 2014, 12:13

    Ich bin stolz, einen Freund wie dich Jakob habe. Sie sind jung, intelligent und hat einen bemerkenswerten Geist.
    Ich erinnere mich noch, als wir gespielt Futsal zusammen, wo wir klettern, um den Torschützenkönig.
    Ich erinnere mich noch, als im Tempel von Borobudur, in dem Sie aufgefordert werden, sein Foto mit den anderen Besuchern zu lüften, entschuldigen Sie, Sir, wollte mein Vater das gleiche Foto

 

 

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